Der Seelen Erwachen

Siebentes Bild

Ein Tempel nach ägyptischer Art. Die Stätte einer weit zurückliegenden Initiation.

Drittes Kulturzeitalter der Erde. (Zunächst nur ein Gespräch zwischen dem Opferweisen, dem Schwellenhüter und dem Mysten.)

Der Opferweise und König, eine frühere Inkarnation des Capesius, berät sich mit dem Schwellenhüter und dem Mysten über die bevorstehende Initiation eines jungen Neophyten, der ausersehen ist, des Königs Rater zu werden. Der Myste hält den Neophyten, ein frühere Inkarnation der Maria, dafür wenig geeignet, da dieser nur geringen Sinn für irdische Sorgen habe und geistentrückt in seinem Geistesstreben nur der Selbstentfaltung hingegeben sei. Er würde sich wohl besser zum inneren Tempeldienst als zum Berater des Königs eignen. Auch der Opferweise hält ihn der ihm zugedachten Ehre nicht für würdig. Die Leidenschaft durchwühle sein Inneres noch stark und die Sinnestriebe schwiegen in ihm noch nicht. Doch sei es nicht die Schuld des jungen und noch unerfahrenen Neophyten, wenn dadurch unrechtes Fühlen in die bevorstehende heilige Handlung getragen und unheilvoll ins Menschenleben zurückfließen würde. Die Schuld läge bei dessen unverständigen Lehrern, die die wahren Zusammenhänge nicht durchschauten. Allein der höchste Opferweise, eine frühere Inkarnation des Benedictus, könne noch erkennen, was mystisch in den Opferformen lebt. Doch dieser sei nach dem strengen Gebot seiner Würde schweigsam wie die Einsamkeit. So sieht sich der Opferweise allein vor eine schwere Entscheidung gestellt, für die er um den Beistand des Geistes bittet.