Der Seelen Erwachen

Neuntes Bild

Maria
Maria

Ein kleines, ernst stimmungsvolles Zimmer, - wie ein Studierzimmer – im Hause des Hilarius. – (Zunächst Maria allein in Meditation; dann Astrid, Luna; der Hüter und Benedictus.)

Als heller Geistesstern erscheint Astrid und weckt Marias Erinnerung an die Weltenmitternacht. Luna stärkt ihre Willenskraft, damit auch die Erdenhelle diese Erinnerung nicht überstrahlen kann und gemahnt sie an die Worte des Hüters:

Es darf die Seele niemals stürzen wollen;
Doch muß sie Weisheit aus dem Sturze holen.

In Marias Bewusstsein taucht die Erinnerung an ihre missglückte ägyptische Einweihung wieder auf. Der Hüter erscheint. Im Geistgehör soll Maria die Worte des höchsten Opferweisen ergründen. Währenddessen erscheint Benedictus und erinnert Maria an das, was der Opferweise gesprochen hatte:

Es geht des Weltgeschehens Schicksalsstrom
Durch Wort und Tat des ernsten Opferdienstes

Maria wird bewusst, dass der Opferweise schon die erste Morgenröte der griechischen Kultur geschaut und darum den Gedanken unterdrückt hatte, den er in die Seele des Neophyten hätte lenken sollen. Der Trieb zur Einsamkeit keimte damals schon in dessen Seele und ist in seiner gegenwärtigen Inkarnation als Capesius zur Frucht gereift. Das treibt ihn nun, Felix Baldes Beispiel zu folgen.

Auch die junge Ägypterin, die vor dem Tempel harrte, taucht vor Marias Seelenblick auf und der Hüter lässt sie den Zusammenhang mit dem Geist von Johannes Jugend erahnen.