Unsere Inszenierung

Symbolhafter Charakter der Darstellung

Johannes zwischen Luzifer und Ahriman (10. Bild)
Johannes zwischen Luzifer und Ahriman (10. Bild)

Eine besondere Schwierigkeit der Darstellung liegt darin, dass bei einem Mysteriendrama naturgemäß weite Teile der Handlung nicht als äußere sinnlich erlebbare Geschehnisse aufzufassen sind, sondern eine geistige Entwicklung zeigen, die nur in innerer Seelendramatik errungen und erlebt werden kann. Das Bühnengeschehen nimmt dadurch notwendig einen symbolhaften Charakter an, der aber weder zur strohernen Allegorie verblassen, noch mit derber äußerer Realität verwechselt werden darf, sondern vielmehr dem Publikum einen unmittelbar mitfühlenden Blick in die innerste Seele der handelnden Personen eröffnen soll. Damit das gelingen kann, muss sich das Wort selbst zum imaginativen symbolischen Bild gestalten.

Das Wort, die lebendig erlebte und gestaltete Sprache ist darum die zentrale und unerschöpflich neu inspirierende Lebensquelle unserer Inszenierung. Alles, was wir brauchen, ist mit dem Text des Dramas selbst, wenn auch zunächst verhüllt, bereits gegeben. Es gilt, ihn rein aus der künstlerischen Formkraft des Wortes zum Leben zu erwecken und in zeitgemäßer Sprache zu konkreten lebendigen Bildern zu verdichten, die unverstellt und hautnah tiefe geistige Wahrheiten offenbaren, die auch den wesentlichen Gehalt der Anthroposophie bilden.