Die Pforte der Einweihung

Zehntes Bild

Szenenfotos aus der Probenarbeit - Johannes und Theodosius
Johannes und Theodosius

Ein Meditationszimmer. Johannes, Theodosius, Benedictus. Lucifer und Ahriman.

Gehüllt in die Gestalt des Theodosius erscheint Johannes nun die Weltenliebesmacht, also letzlich der Christus selbst. Die Prophezeihung der Theodora aus dem ersten Bild beginnt sich für Johannes zu verwirklichen. Aus der Kraft dieser Liebesquelle will Johannes schöpfen, um so gestärkt auch mutig den Widersachermächten entgegentreten. Schon scheint ein finsteres, bedrohliches Wesen zu nahen - doch es ist Benedictus. Johannes hält ihn zunächst für ein teuflisches Truggebilde, doch erkennt er bald, dass es wirklich Benedictus ist und fühlt die Kraft der Wahrheit, die dieser in ihm entzündet hat. Benedictus gemahnt Johannes:

Doch willst du weiter schreiten,
So musst du jenen Weg betreten,
Der dich zu meinem Tempel führt.
Soll meine Weisheit dir auch ferner leuchten,
Sie muss von jenem Orte fliessen,
Wo ich vereint mit meinen Brüdern wirke.
Johannes zwischen Luzifer und Ahriman (10. Bild)
Johannes zwischen Luzifer und Ahriman

So als Mitglied des Mysterienbundes zu echter Geistesschülerschaft berufen, vermag Johannes erstmals die Widersachermächte in ihrer wahren Gestalt zu schauen, wodurch sie ihm zu dienenden, hilfreichen Kräften werden. Und so darf die Geisterstimme aus den Höhen am Ende der Szene verkünden:

Es steigen deine Gedanken
In Urweltgründe;
Was in Seelenwahn dich getrieben, (Luzifer)
Was in Irrtum dich erhalten, (Ahriman)
Erscheinet dir im Geisteslicht,
Durch dessen Fülle
Die Menschen schauend
In Wahrheit denken!
Durch dessen Fülle
Die Menschen strebend
In Liebe leben.