Die Pforte der Einweihung

Siebentes Bild

Szenenfotos aus der Probenarbeit - Johannes, Maria und Benedictus
Johannes, Maria und Benedictus

Das Gebiet des Geistes. Maria, Philia, Astrid, Luna, Kind; Johannes, erst von ferne, dann näherkommend; Theodora, zuletzt Benedictus.

Maria erscheint im Gebiet des Geistes, also im Devachan, für das ihr Bewusstsein durch die Ereignisse des dritten Bildes geweckt wurde und auch ihr Pflegekind wird auf der Szene sichtbar. Begleitet wird Maria von Philia, Astrid und Luna, die sich nun als die Urbilder ihrer eigenen Seelenkräfte offenbaren. Philia, die sich mit klarstem Lichtessein erfüllt und sich belebenden Klangesstoff eratmen will, erweist sich so als Urbild der Empfindungsseele. Astrid, in der sich die Verstandes- oder Gemütsseele kundgibt, verwebt das Licht mit dämpfender Finsternis und verdichtet das Klangesleben. Luna schließlich, durch die die Bewusstseinsseele spricht, erwärmt den Seelenstoff und erhärtet den Lebensäther und gibt damit erst der geistigen Erkenntnis die tragfähige Sicherheit. Gemeinsam mit Maria bereiten sie damit Johannes den Weg, auf dem auch er bewusst in das Geisterland eintreten kann und so Maria erstmals in ihrem wahren geistigen Wesen erkennen kann.

Johannes, der schon seit Beginn der Szene anwesend ist, sich aber erst allmählich in den Vordergrund bewegt, rekapituliert nun all das, was er zuvor in der Seelenwelt erlebt hat. Die Seherin Theodora, die jetzt erscheint, leitet Johannes Geistesblick zu einer früheren weiblichen Inkarnation zurück, in der er Maria schon in anderer Gestalt begegnet war und sein Schicksal eng mit dem ihren verbunden hatte. Maria, damals in einer männlichen Inkarnation, war, wie sie nun selbst sagt, als Christusbote aus den hybernischen Mysterien zu jenem Stamm gekommen, wo Johannes damals lebte und wo noch die Götter Odin und Baldur verehrt wurden. Johannes fühlte sich damals sofort mächtig von dieser Botschaft angezogen, doch blieb die Kraft, die ihn mit Maria verband, noch beiden unbewusst, woraus manche Schmerzen und Leiden erwuchen. Und doch lag in diesen Leiden zugleich die Kraft, die beide hierher geführt hatte, wo sie einander nun wahrhaft erkennen können. Dass Johannes nun Maria, mit der er schon im irdischen Dasein verbunden ist, auch in ihrem geistigen Wesen erkennt, gibt ihm zugleich den festen Punkt, durch den er sich in der Geisteswelt orientieren kann. Jetzt erkennt Johannes auch jene Worte, die im dritten Bild nur verzerrt durch die vom Geist verlassene Leibeshülle Marias ertönt waren, in ihrem wahren Gehalt. Maria spricht davon, wie beseligend für sie die Worte des Benedictus gewesen waren, der ihr offenbart hatte, dass ein hohes Geisteswesen sie auserwählt hatte, um durch sie auf Erden zu wirken und wie Benedictus Johannes die Kraft verliehen hatte, ihr bewusst in die Geistersphären zu folgen. So vorbereitet, kann auch Benedictus selbst dem Geistesblick des Johannes erscheinen und Benedictus kann jene Worte der Kraft sprechen, die unmittelbar aus den geistigen Reichen strömen:

Des Lichtes webend Wesen, es erstrahlet
Von Mensch zu Mensch,
Zu füllen alle Welt mit Wahrheit.
Der Liebe Segen, er erwarmet
Die Seele an der Seele,
Zu wirken aller Welten Seligkeit.
Und Geistesboten, sie vermählen
Der Menschen Segenswerke
Mit Weltenzielen;
Und wenn vermählen kann die beiden
Der Mensch, der sich im Menschen findet,
Erstrahlet Geisteslicht durch Seelenwärme.